Allgemein
Klimaschutzmaßnahmen können zu Wachstum und Beschäftigung führen
Das Integrierte Energie- und Klimaschutzprogramm (IEKP) kann Wachstum und Beschäftigung fördern. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Programms untersucht und ist zu positiven Ergebnissen gekommen:
Die Forscher erwarten hunderttausende Arbeitsplätze und eine Steigerung
des Bruttoinlandsprodukts. Dafür sind Maßnahmen in den Bereichen
Unternehmen, Gebäude und Straßenverkehr notwendig.
Ziel des von der Bundesregierung im August 2007 entwickelten IEKP-
Programms ist, die CO?-Emissionen Deutschlands bis 2020 um 40 Prozent
gegenüber 1990 zu reduzieren. Das Fraunhofer ISI hat den Einfluss
einiger Maßnahmen, die der Bundestag im Dezember 2007 beschlossen hat,
auf das Bruttoinlandsprodukt, die Beschäftigung, den Konsum und die
Investitionen analysiert.
Ergebnis: Bis 2020 kann die Zahl der Beschäftigten nach dem "Meseberg
Szenario" mit den bereits beschlossenen Maßnahmen um etwa 380.000
steigen. Werden noch Zusatzmaßnahmen ergriffen, sind sogar rund 630.000
neue Arbeitsplätze möglich. Das Bruttoinlandsprodukt kann um rund 70
Milliarden Euro (bereits beschlossene Maßnahmen) beziehungsweise um
etwa 81 Milliarden Euro (mit Zusatzmaßnahmen) steigen.
Diese Verbesserung führt das Fraunhofer ISI auf deutlich mehr
Investitionen bei gleichzeitig sinkenden Energieausgaben und auf die
produktivitätssteigernde Wirkung dieser Investitionen zurück, ebenso
auf eine verbesserte Handelsbilanz durch weniger importierte fossile
Energieträger. Kurz- bis mittelfristig greifen vor allem die durch
Förderprogramme initiierten Investitionen, langfristig vorteilhaft sind
die sinkenden Energieausgaben.
Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI, resümiert:
"Klimaschutz und Wachstum lassen sich nach unseren Analysen gut
vereinbaren. Eine strategisch formulierte Klimapolitik - bestehend aus
Regulierung, Investitionsanreizen und Forschungsförderung - führt zu
mehr Beschäftigung und steigert das Bruttoinlandsprodukt."
Für ihre Analyse haben die ISI-Wissenschaftler die bereits
beschlossenen und möglichen Zusatzmaßnahmen zu drei Paketen
gebündelt:
Energieeffizienz in Unternehmen, Energieeffiziente Gebäude und
Klimaeffizienz des Straßenverkehrs. Jedes Paket ist nötig, um die
Steigerung von Wachstum und Beschäftigung im beschriebenen Ausmaß zu
erreichen. Der größte Wachstumsimpuls bis 2020 ist die
energieeffiziente Sanierung der Gebäude, gefolgt vom klimaeffizienten
Straßenverkehr und der Energieeffizienz in Industrie und
Dienstleistungssektoren. Bei der Energieeffizienz in Unternehmen
verstärkt sich der Einfluss bis 2030 weiter kontinuierlich.
Betrachtet man die Beschäftigungseffekte, haben energieeffiziente
Gebäude, die Energieeffizienz in Unternehmen und die Klimaeffizienz des
Straßenverkehrs - in dieser Reihenfolge - im Jahr 2020 in etwa die
gleichen Effekte. Allerdings steigt der Beitrag der Energieeffizienz in
Unternehmen bis 2030 nochmal deutlich, während er bei den anderen
beiden Maßnahmenpaketen stagniert.
Die Studie des Fraunhofer ISI zeigt mehrere Maßnahmen auf, mit denen in
den drei Bereichen Gebäude, Verkehr und Unternehmen eine höhere
Energieeffizienz erreicht werden kann, um das Ziel der um 40 Prozent
geringeren CO?-Emissionen bis 2020 zu erreichen. Da der Gebäudebereich
rund vier Fünftel des deutschen Kapitalstocks vereinigt, erfordert die
Klimaeffizienzsteigerung dort eine große Investitionsanstrengung über
einen langen Zeitraum. Der Verkehrsbereich hingegen kann durch relativ
kurzfristig realisierbare Innovationen - die Entwicklung
hocheffizienter PKW und die Einführung alternativer Antriebe - auf
einen klimafreundlichen Weg gebracht werden. Im Unternehmensbereich
schließlich können viele kleine organisatorische und technische
Maßnahmen dazu beitragen, kontinuierlich und langfristig die
Energieeffizienz zu steigern und so einen Klimaschutzbeitrag zu
leisten.
Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung
(ISI)
