Die Biotechnologie ist eine Querschnittstechnologie, die sich mit der Überführung neuer biologischer Erkenntnisse in marktfähige Technologien und Anwendungen befasst. Kaum ein anderer Technologiebereich hat die Chemie-, Ernährungs- und Agrarindustrie in der jüngeren Vergangenheit so nachhaltig beeinflusst. Auch die Gesundheitswirtschaft profitiert in hohem Maße von der Biotechnologie etwa durch neue Arzneimittel oder innovative diagnostische Verfahren.
Der Grund für die Entwicklung der modernen Biotechnologie ist der enorme Erkenntniszuwachs in den Biowissenschaften auf der „molekularen“ Ebene. Die Entschlüsselung der genetischen Information und die Erfolge in der Proteomik haben zu einem völlig neuen Verständnis der biochemischen Grundlagen lebender Materie geführt. Dementsprechend sind biotechnologische Verfahren und Produkte äußerst vielfältig und reichen von der mikrobiologischen Herstellung von Feinchemikalien über genetisch veränderte Nutzpflanzen bis hin zu biotechnologischen Impfstoffen.
Oft wird das breite Spektrum der modernen Biotechnologie durch drei große Anwendungsfelder charakterisiert: Die weiße Biotechnologie befasst sich mit der biologischen Produktion von Chemikalien sowie Wirkstoffen und zielt auf ökologisch und ökonomisch optimierte Verfahren im Gegensatz zur konventionellen chemischen Produktion ab. Die grüne Biotechnologie entwickelt vor allem innovative Verfahren zur Verbesserung von Lebensmitteln (z. B. Functional Food) und zur Optimierung von Nutzpflanzen (z. B. Trockenresistenz). In der roten Biotechnologie werden molekular- und zellbiologische Erkenntnisse für die Entwicklung und die Produktion neuer Therapeutika sowie Diagnostika zum Einsatz gebracht.

