Allgemein
Apps für die tägliche Arbeit
Spiele, Emails und Internetzugang jederzeit dabei – Smartphones ziehen die Informationskultur noch ein wenig mehr in den Alltag.
Auch Firmen und Arbeitgeber setzen mit gezielt entwickelten Apps
zunehmend auf die mobilen Begleiter. So sollen sie künftig etwa
Landwirte bei der Ernte oder Geschäftsreisende unterwegs unterstützen.
Auf der Cebit 2012 (6. bis 10.3.) in Halle 9, Stand E08 stellen die
Forscher die neuen Apps vor.
Steht die Aussaat an oder sind Spargel und Weizen bereit zur Ernte,
zeigen Landwirte und Lohnunternehmer Managerqualitäten: Sie
koordinieren zahlreiche Arbeiter und Maschinen, stellen sicher, dass
die Maschinen ausgelastet sind und sorgen für einen reibungslosen
Ablauf. Bislang erhalten die Arbeiter ihre Anweisungen meist auf
Zetteln – je nach Größe des Betriebs arbeitet ein Helfer täglich auf
bis zu 10 Feldern. Ändert sich kurzfristig der Plan, ruft der Landwirt
die Arbeiter auf dem Handy an.
Künftig sollen Smartphones auf den Äckern Einzug halten und Landwirten
wie Lohnunternehmern die Arbeit erleichtern: Am Computer oder am
mobilen Tablet geben sie ihre Arbeitsanweisungen ein, die Erntehelfer
auf einer eigens dafür entwickelten App auf ihrem Smartphone erhalten.
Die Vorteile: Die Anweisungen lassen sich jederzeit an die aktuelle
Situation anpassen.
Zudem können die Angestellten ihre Arbeit mit der App besser
dokumentieren, beispielsweise mit einigen »Touchs« belegen, wann sie
auf welchem Feld mit welcher Aufgabe begonnen haben, und angeben, wo
und warum es zu Verzögerungen kam.
Die Forscher am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software
Engineering IESE in Kaiserslautern haben die App in einem Projekt mit
ihrem strategischen Partner John Deere entwickelt. »Dazu analysierten
wir zunächst die Arbeitsabläufe auf dem Feld«, sagt Ralf Carbon, Leiter
vom Forschungsbereich »Business goes mobile« am IESE. Wie groß sind die
bearbeiteten Felder, wie lange brauchen die Arbeiter dafür, welches
Saatgut und Bekämpfungsmittel verwenden sie? Welche technologischen
Leistungen übernehmen die Erntemaschinen? Wo lassen sich mobile Geräte
nutzbringend einsetzen?
Die Herausforderung für die Wissenschaftler lag vor allem darin, die
App möglichst anwenderfreundlich zu gestalten. »Dazu haben wir die
Endnutzer – also Landwirte, Lohnunternehmer und Arbeiter – frühzeitig
mit einbezogen.
Sie haben die App zu verschiedenen Zeitpunkten getestet, so dass wir
sie an ihre Bedürfnisse anpassen konnten«, erläutert Carbon. Auf der
Cebit vom 6. bis 10. März 2012 in Hannover präsentieren die Forscher in
Halle 9, Stand E08 den Prototypen der App – als ein Beispiel dafür, wie
sie Unternehmen bei der Entwicklung von Apps unterstützen können.
Eine weitere neu entwickelte App, die die Wissenschaftler auf der Cebit
vorstellen, soll die Abrechnung von Dienstreisen erleichtern. Bislang
muss der Reisende entweder ein gutes Gedächtnis haben und sich merken,
wann er wo angekommen und abgefahren ist und wie lange er auf der
jeweiligen Dienstreise gearbeitet hat, oder er muss sich diese Eckdaten
per Hand notieren. Künftig ist das einfacher: Kommt der Reisende am
Dienstort an, reicht ein »Touch« auf der entsprechenden App, und das
Smartphone speichert Datum, Uhrzeit und Ort – und ordnet diese Daten
der entsprechenden Dienstreise zu. Künftig soll das gar automatisch
geschehen: Über den Dienstreiseantrag kennt die App das Ziel der
Dienstreise. Kommt der Reisende dort an, registriert das Smartphone
dies über GPS und macht einen Vorschlag, der nur noch bestätigt werden
muss. Gerade bei langen Dienstreisen ist es im Nachhinein oft mühsam,
Quittungen von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxis der
entsprechenden Fahrt zuzuordnen.
Fotografiert man diese jedoch, ordnet die App die Fotos automatisch zu
und erleichtert so die Abrechnung.
Auch Auslandsreisen werden erleichtert: Muss man sich bei einer Reise
in die USA etwa notieren, wann man die Grenzkontrolle überschritten
hat, registriert das Smartphone über die neue App, wann es nach dem
Landen des Flugzeugs wieder eingeschaltet wurde – also die Ankunftszeit
– und speichert die entsprechenden Daten ab.
Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
