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Zehn Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz: "Ein klimapolitischer Hoffnungsschimmer"
Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in
Kraft. Anlässlich des zehnten Geburtstages der Erfolgsgeschichte EEG
erklärt Dr. Bernd Hirschl, Leiter des Forschungsfeldes Nachhaltige
Energiewirtschaft und Klimaschutz am Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW):
"Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Hoffnungsschimmer am
klimapolitischen Horizont, der sich angesichts scheiternder
internationaler Verhandlungen weiter verdüstert. Denn: Die Strahlkraft
des EEG reicht in alle Welt. Zahlreiche Länder haben erkannt, wie gut
das EEG-Prinzip des bevorzugten Netzzugangs und der gesicherten
Einspeisevergütung für erneuerbare Energien funktioniert und haben
eigene Gesetze nach dem deutschen Vorbild erlassen. Dies ist aus
globaler Klimaschutzperspektive die noch größere Errungenschaft des EEG
als der beispiellose Erneuerbaren-Boom in Deutschland.
Das EEG als wichtigstes Pionier-Gesetz im Bereich der erneuerbaren
Energien stiftet in Deutschland einen hohen volkswirtschaftlichen
Nutzen - dies fällt in der gegenwärtigen Debatte, die teilweise
einseitig über die Kosten geführt wird, oft unter den Tisch. Das EEG
hat nicht nur allen in Zukunft benötigten Naturenergien Sonne, Wind,
Bioenergie und Geothermie zu einem nicht für möglich gehaltenen
Aufschwung verholfen, sondern ist gleichzeitig zu einem unverzichtbaren
Wirtschaftsfaktor geworden. Über 300.000 Arbeitsplätze hat das EEG
geschaffen und liefert die Basis für die großen Exporterfolge deutscher
Produzenten und Dienstleister. Es sorgt für eine immense
Klimaentlastung und trägt zur Senkung der Preise an der Strombörse
bei.
Nach der Phase der erfolgreichen Markteinführung muss nun die Phase der
Anpassung des Gesamt-Systems an stetig steigende Anteile erneuerbarer
Energien erfolgen. Die große Aufgabe ist es, die anderen
Erzeugungskapazitäten und das Stromnetz daran anzupassen - und nicht
umgekehrt. Die Forderung nach einer 'Integration der Erneuerbaren in
den Wettbewerb' greift zu kurz, so lange es noch keinen wirklich
funktionierenden Wettbewerb auf dem Markt zur Stromerzeugung gibt. Auch
der vielfach geforderte Ausbau der Netze und Aufbau von
Speicherkapazitäten ist zu einseitig und berücksichtigt nicht die
großen Potenziale, die durch intelligentes und abgestimmtes
Erzeugungs-, Netz- und Lastmanagement erschlossen werden können. Hier
steht die Energiewirtschaft noch vor großen Aufgaben. Das EEG kann auch
hierbei weiterhin in den nächsten Jahren wichtige Impulse geben, diesen
Systemwechsel erfolgreich und nachdrücklich einzuleiten."
Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung hat
das Erneuerbare-Energien-Gesetz seit dem Beginn seines Bestehens
begleitet und mit der Erstellung des Gutachtens zum ersten
EEG-Erfahrungsbericht in der Startphase geprägt. Im Rahmen des
BMBF-Forschungsprojektes "Global Governance und Klimawandel" hat Dr.
Bernd Hirschl die Erfolgsgeschichte EEG unter die Lupe genommen und mit
der Buchpublikation "Erneuerbare Energien Politik" (2008) eine
umfassende Policy-Analyse mit Fokus auf den deutschen Strommarkt
vorgelegt. Aktuell forscht das IÖW in mehreren Studien zu erneuerbaren
Energien (Auswahl):
- EE-Regionen: Sozialökologie der Selbstversorgung
- FAIR FUELS? Zwischen Sackgasse und Energiewende: eine sozial-ökologische Mehrebenenanalyse transnationaler Biokraftstoffpolitik
- Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien
- Erneuerbare Energien-Potenziale in Berlin 2020 sowie langfristig - Quantifizierung und Maßnahmengenerierung zur Erreichung ambitionierter Ausbauziele
- Dezentrale Mikro-Biogaserzeugung: Entwicklung übertragbarer Konzepte zur nachhaltigen Erschließung biogener Rest- und Abfallstoffe für die Mikro-Biogasproduktion in Gemeinden und Landkreisen
Kontakt:
Dr. Bernd Hirschl
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH,
gemeinnützig
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
Telefon: +49 - 30 - 884594-0
E-Mail: bernd.hirschl@ioew.de
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Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
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