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Windparks intelligent vernetzen
2020 soll die EU ein Fünftel ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen, lautet ein Beschluss der Mitgliedstaaten. Einen Großteil des Strombedarfs werden Windparks decken. Forschern ist es in einem EU-Projekt gelungen, große Windparks zu Clustern zusammenzuschalten.
Regenerativen Energien gehört die Zukunft. Vor allem die Windenergie
boomt – 2009 wurden nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie 952
neue Anlagen in Deutschland installiert. Einen Gesamtstromverbrauch von
595 Terrawattstunden prognostiziert der Bundesverband Erneuerbare
Energie für 2020. Der Verbrauch wird dann zu 47 Prozent durch
erneuerbare Energien gedeckt, darunter 25 Prozent Windenergie.
Mit »Wind on the Grid« wurde jetzt eines der größten EU-Projekte zur
Netzintegration abgeschlossen: Europäische Unternehmen aus Industrie
und Forschung haben auf der iberischen Halbinsel untersucht, wie sich
Windparks im großen Umfang sicher in das europäische Stromnetz
einbinden lassen. Um den Netzbetreibern das Erfassen, Steuern und die
Vorhersage der Windenergie zu ermöglichen, hat das Fraunhofer-Institut
für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES sein Wind Farm Cluster
Management System, kurz WCMS, und sein Wind Power Management System zur
Verfügung gestellt und um neue Funktionen ergänzt. Mit den
Software-Paketen konnten die Forscher in Portugal fünf Windparks mit
204 Megawatt und in Spanien sechs Anlagen mit 107 Megawatt Leistung in
Echtzeittests bei unterschiedlichen Wetterbedingungen ins Stromnetz
integrieren. »Mit dem WCMS wurden die verstreut liegenden Windparks zu
einem Cluster zusammengefasst und von der Leitwarte der jeweiligen
Netzbetreiber zentral gesteuert. Während das Wind Farm Cluster
Management System die Frequenz- und die Spannungsleistung im
elektrischen Netz stabil hält und für einen sicheren Netzbetrieb sorgt,
berechnet die Prognosesoftware Wind Power Management System mit Hilfe
von künstlichen neuronalen Netzen auf Grundlage von Wettervorhersagen
die zu erwartende Windleistung,« erläutert Dr. Kurt Rohrig,
Abteilungsleiter am Kasseler Institutsteil des IWES. Prinzipiell gilt:
Einzelne Windanlangen weisen hohe Schwankungen der erzeugten Leistung
auf. Je mehr Windparks sich zu einem Cluster zusammenfassen lassen,
desto eher können Windböen und -flauten ausgeglichen werden. Und: Je
mehr Anlagen installiert sind, desto günstiger wird der Strompreis.
»Heute liegt der Strompreis für Windenergie bei sieben Cent pro
Kilowattstunde. An guten Standorten beträgt er fünf Cent. 2025 wird er
im Mittel bei vier Cent rangieren,« prognostiziert Rohrig.
Derzeit verhandeln die Wissenschaftler mit dem Netzbetreiber in
Portugal, ob ihr System dort in die Leittechnik integriert werden kann.
»Langfristig werden Windanlagen konventionelle Kraftwerke ersetzen,«
ist Rohrig überzeugt.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/04/windenergie-netzintegration.jsp
Source: Fraunhofer Gesellschaft


