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UDE: Revolution in der Gen-Forschung
Ein Forschungsprojekt der Professorin Ann Ehrenhofer-Murray am Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der Universität Duisburg-Essen zur Kontrolle der Genexpression hat jetzt die renommierte Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science" (Nationale Akademie der Wissenschaften der USA) aufmerksam werden lassen. Die Wissenschaftlerin berichtet in der Publikation über die entscheidende Rolle zweier Enzyme bei der Genexpression.
02.02.2010
UDE: Biologin veröffentlicht in Internationaler Zeitschrift PNAS
Revolution in der Gen-Forschung
Wie eine Zelle die in ihrem Kern gespeicherten DNA-Informationen
abliest und für ihre weitere Entwicklung nutzbar macht, daran forschen
internationale Teams von Genetikern schon lange. Schließlich würden
sich so auch Krankheiten erklären lassen, die aus einer fehlerhaften
Steuerung der Genaktivität, einem falschen Ablesen des Gencodes auf der
DNA ("Genexpression") entstehen, wie etwa Krebs. Eine normal arbeitende
Zelle verwendet viel Energie darauf, ihre DNA so zu organisieren, dass
sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort abgelesen werden kann. Sind
diese Abläufe gestört und gerät die Genexpression aus dem
Gleichgewicht, kann dies für die Zelle und den gesamten Organismus
fatale Folgen haben.
Ein Forschungsprojekt der Professorin Ann Ehrenhofer-Murray am Zentrum
für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der Universität Duisburg-Essen
zur Kontrolle der Genexpression hat jetzt die renommierte
Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science"
(Nationale Akademie der Wissenschaften der USA) aufmerksam werden
lassen. Die Wissenschaftlerin berichtet in der Publikation über die
entscheidende Rolle zweier Enzyme bei der Genexpression. "Diese sorgen
eigentlich dafür, dass die Bereiche der DNA, die für Wachstum und
Entwicklung benötigt werden, zugänglich sind, während andere Regionen
gezielt still liegen, und nicht gelesen werden", erklärt Ehrenhofer-
Murray.
Ihre Forschungen haben nun ergeben, dass die Enzyme "Sir2" und "Rpd3"
regelrecht um die Kontrolle der Genexpression konkurrieren. Überwiegt
die Aktivität von Rpd3, kann die Genexpression von Sir2 nicht mehr
abgeschaltet werden - und auch fehlerhafte und nicht benötigte Teile
der DNA werden abgelesen. "Es ist überraschend, dass zwei Enzyme,
die eigentlich ähnliche chemische Reaktionen bewirken, einen solch
gegensätzlichen Effekt auf die Genexpression haben", so die
Wissenschaftlerin. "Die Art und Weise, wie diese Enzyme interagieren
und gegeneinander arbeiten, war bisher völlig unbekannt."
Mit diesen Ergebnissen können sich die Genetiker nun auf die Suche nach
der Ursache von Krankheiten machen, die womöglich aus einer zu starken
Aktivität des Enzyms Rpd3 resultieren.
Weitere Informationen: Prof. Ann Ehrenhofer-Murray, Tel.
0201/183-4132, ann.ehrenhofer-murray@uni-due.de
Quelle: Universität Duisburg-Essen



