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Hochsichere Datenschleuse erleichtert Umstieg auf neuen Internet- Standard
Potsdam. Die von Forschern des Hasso-Plattner-Instituts entwickelte Hochsicherheitsschleuse "Lock-Keeper" kann jetzt auch den Datenfluss zwischen zwei Netzwerken regeln, von denen eins nach dem alten Internetprotokoll IPv4 und das andere nach dem neuen Standard IPv6 funktioniert. Das teilte Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel mit. Das Hardware-basierte Rechnersystem Lock-Keeper schützt Netzwerke von Unternehmen oder Behörden durch physikalische Trennung vom Internet vor Angriffen. Gleichzeitig ermöglicht die Datenschleuse sicheren Nachrichtenaustausch zwischen den Netzen.
Dank einer Erweiterung ist der Lock-Keeper nun zum Beispiel in der
Lage, ein nach dem neuen Standard IPv6 funktionierendes Intranet einer
Behörde oder eines Unternehmens mit dem Internet zu verbinden, in dem
noch das Protokoll IPv4 angewendet wird. "Das System fungiert somit als
Übersetzer zwischen den Protokollen", erläuterte Meinel.
Interessant sei es zum Beispiel für alle öffentlichen Verwaltungen in
Deutschland, die künftig in ihren Netzen auf den neuen Internetstandard
IPv6 umstellten, fügte Meinel hinzu. Vertrieben wird die
Hochsicherheitsschleuse von der Siemens AG Schweiz.
"Der Lock-Keeper beruht auf dem einfachen Prinzip, dass man ein
Netzwerk am besten schützt, wenn man es von anderen getrennt hält",
berichtete Meinel, der auch Leiter des HPI-Fachgebiets Internet-
Technologien und -Systeme ist. Durch die patentierte Technologie kann
erreicht werden, dass Netzwerke höchstmöglich vor Online-Angriffen
geschützt und sensible Daten gegen Internet-Spionage gesichert
werden.
"Daten, die vom einen Netz ins andere wollen, werden zunächst in den
Lock-Keeper übertragen und können dort auf bösartigen Code und
Schadsoftware geprüft werden, bevor sie dann sicher in das geschützte
Netz übermittelt werden", erläuterte der Wissenschaftler das
Funktionsprinzip.
"Erreicht wird das höchstmögliche Sicherheitsniveau durch die
vollkommene physikalische Trennung. Der Lock-Keeper sorgt dafür, dass
zu keinem Zeitpunkt eine Verbindung zwischen den beteiligten Netzwerken
besteht", betonte Meinel. Zuverlässig unterbunden werden nach seinen
Worten somit alle online-basierten Angriffe durch Spyware, Backdoors,
Angriffe auf der Protokollebene wie etwa TCP Sequence Number Attack,
Tunneling oder Fragmentation Attacks.
Denial of Service Angriffe werden so abgeblockt, dass sie das zu
schützende Netz nicht beeinträchtigen können. "Anders als bekannte
Schutzmechanismen, wehrt der Lock-Keeper proaktiv auch bislang
unbekannte Angriffsarten ab, die auf eine bestehende Verbindung der
Netze angewiesen sind", hebt der Wissenschaftler einen besonderen
Vorteil hervor. Durch die Implementierung bestimmter Trusted
Computing-Konzepte erfüllt der Lock-Keeper die Anforderungen von
Institutionen mit höchstem Bedarf an Sicherheit vollständig. Dazu
gehören Militär, Polizei und andere Sicherheitsbehörden genauso wie
etwa Finanzdienstleister und Unternehmen der Energieversorgung, des
Bereichs Telekommunikation, des Transportsektors und der Luft- und
Raumfahrt.
Quelle: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)
