Allgemein
Baumeister in winzigen Dimensionen
Beilstein-Institut fördert Verbundprojekt NanoBiC
FRANKFURT. Die Wirkungen von hochenergetischer Strahlung auf
Nanobausteine und auf menschliche Zellen wollen Wissenschaftler in
Frankfurt und Darmstadt in den kommenden Jahren eingehend
erforschen.
Ihr Ziel im Verbundprojekt NanoBiC ist es einerseits, wie Handwerker
auf Oberflächen exakt nach Bauplan Funktionselemente aufzubauen, etwa
Transistoren, Sensoren, Quantenpunkte oder Speicherelemente, und
andererseits die Folgen von Höhenstrahlung auf menschliche Zellen im
Detail zu verstehen. Dies ist vor allem für bemannte Weltraummissionen
sehr wichtig. Das gemeinnützige Beilstein-Institut fördert die
Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der TU Darmstadt,
des GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt und des
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) für die nächsten vier
Jahre mit 3,6 Millionen Euro.
Es geht bei NanoBiC um Vorgänge in molekularen Abmessungen, die von
außen durch fokusierte Teilchenstrahlen angeregt werden. Der
Projektname "NanoBiC" steht für "Nano, Bio, Chemistry und
Computing".
Erforscht werden bei dem Verbundprojekt die Gesetzmäßigkeiten, nach
denen sich Materie in winzigsten Dimensionen nach Auftreten einer sehr
lokalisierten Störung von außen selbst organisiert. "Die treibenden
Kräfte in der Entwicklung der Nanotechnologie", so beschreibt der
Sprecher des Forschungsverbunds, Prof. Michael Huth vom Physikalischen
Institut der Goethe-Universität, eine wesentliche Ausrichtung der
Forschungsarbeiten, "sind die Faszination des ganz Kleinen und die
Erkenntnis, welche wichtige Funktionen auch wenige Atome bereitstellen
können."
Ein wichtiges Forschungsvorhaben von NanoBiC ist es etwa, durch
Elektronen- oder Ionenstrahlen gezielt einzelne Moleküle zu zersetzen
und damit punktgenau Ablagerungen zu platzieren oder chemische
Veränderungen an Oberflächen auszulösen. Das spielt sich in
Größenordnungen von einem bis 100 Nanometern ab - ein Haar, zum
Vergleich, ist etwa 100.000 Nanometer dick. In der technischen
Anwendung könnten damit ultrafeine Sensoren, extrem dichte
Datenspeicher für Computer sowie neuartige mikromagnetische oder
selbstleuchtende Bauelemente geschaffen werden. Zusätzlich haben die
Forschungsarbeiten von NanoBiC auch das Ziel, die Auswirkungen von
Ionen- und Elektronenstrahlen auf lebende Zellen im Nanomaßstab zu
entschlüsseln.
Die Förderung des Beilstein-Instituts wird 20 zusätzliche Stellen für
Wissenschaftler schaffen, die als Doktoranden oder Postdocs in den
beteiligten Instituten an dem Projekt arbeiten. Das Beilstein-Institut
ist eine Stiftung zur Förderung der chemischen Wissenschaften mit Sitz
in Frankfurt am Main. Mit dem Verbundprojekt NanoBiC ergänzt die
Stiftung ihre Förderung für die Nanotechnologie. In Kürze will sie
zudem online das "Beilstein Journal of Nanotechnology" als Open
Access-Zeitschrift herausgeben sowie im Mai 2010 das internationale
Beilstein-Symposium "Functional Nanoscience" in Bozen
veranstalten.
Information:
Dr. Werner Brich
Beilstein-Institut
Trakehner Str. 7-9
60487 Frankfurt
Tel.: (069) 71 67 32 12
wbrich@beilstein-institut.de
Weitere Informationen unter diesen Links:
Beilstein-Institut: www.beilstein-institut.de
Beilstein Journal of Nanotechnologie: www.bjnano.org
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH: www.gsi.de
Prof. Michael Huth, Physikalisches Institut, Goethe-Universität Frankfurt am Main: http://www.pi.physik.uni-frankfurt.de/thinfilm/index.html
Technische Universität Darmstadt: www.tu-darmstadt.de
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS): http://fias.uni-frankfurt.de/
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in
der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von
Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten
Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der
Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein
einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische
Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600
Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000
eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die
Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei
Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative
zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.
Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation
Postfach 11 19 32
60054 Frankfurt am Main
Redaktion:
Dr. Anne Hardy
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 - 2 92 28
Telefax (069) 798 - 2 85 30
E-Mail: hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Internet: www.uni-frankfurt.de
Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main
