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MTU Aero Engines und Universität der Bundeswehr München gründen Kompetenzzentrum
Die MTU Aero Engines und die Universität der Bundeswehr München haben am Mittwoch, 19. Dezember 2007, ein gemeinsames Kompetenzzentrum "More Electric Engine" gegründet und eine langjährige Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vereinbart.
Das Kompetenzzentrum soll Konzepte für Triebwerke entwickeln, die
verstärkt mit mechatronischen Systemen und Komponenten ausgerüstet
werden und die hohen Anforderungen an elektrischer Energie für
zukünftige Flugzeuggenerationen befriedigen können. Der Vertrag wurde
auf dem Universitätsgelände in Neubiberg von den Vertragspartnern
unterschrieben. Für die MTU unterzeichnete Technik-Vorstand Dr. Rainer
Martens und für die Universität der Bundeswehr die Präsidentin Prof.
Dr. Merith Niehuss.
"Wir freuen uns sehr über das neue Kompetenzzentrum - vor allem mit
einem Partner, mit dem wir schon seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich
zusammenarbeiten", erklärte der MTU-Technik-Chef. Weiter sagte Martens:
"Für die MTU sind innovative Spitzentechnologien für die Gestaltung,
Produktion und Instandhaltung moderner Triebwerke und deren
Komponenten, die mit kompetenten Partnern aus Forschung und
Wissenschaft entwickelt werden, auch in Zukunft von zentraler
Bedeutung. Mehr noch: Die Verfügbarkeit neuer Technologien ist für uns
eine unabdingbare Voraussetzung zur Zukunftssicherung."
Niehuss erklärte: "Das neue Kompetenzzentrum unterstreicht die
Bedeutung der Universität der Bundeswehr München als attraktiver
Partner für die anwendungsorientierte Forschung im Bereich der
Luftfahrt. Wir erwarten eine Steigerung der internationalen
Konkurrenzfähigkeit beider Partner, eine größere Praxisnähe unserer
Forschung, die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie
positive Impulse für die Ausbildung unserer Studierenden und
wissenschaftlichen Nachwuchskräfte."
Unter dem Dach des neuen Kompetenzzentrums werden unterschiedliche
Fachdisziplinen langfristig und interdisziplinär zusammenarbeiten. Auf
Universitätsseite sind das Institut für Strahlantriebe als langjähriger
Forschungspartner der MTU, der Lehrstuhl für Elektrische
Antriebstechnik und der Lehrstuhl für Sensorik und Messsysteme
beteiligt. In dieser interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den
Fakultäten für Luft- und Raumfahrttechnik sowie Elektrotechnik und
Informationstechnik kooperieren die beteiligten Professoren Reinhard
Niehuis, Dieter Gerling und Christian Kargel mit den enstprechenden
Fachabteilungen der MTU. Ziel der Kooperation ist es, technologische
"More Electric Engine"-Lösungen sowie die dafür erforderlichen
Komponenten und Mess- und Regelungssysteme zu entwickeln. Auch aus den
bereits zwischen dem Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik der
Universität der Bundeswehr München (Prof. Gerling) und der EADS
laufenden Technologieentwicklungen zum Thema "More Electric Aircraft"
werden für alle beteiligten Partner nutzbringende Synergien
erwartet.
"Ein wichtiger Baustein ist die Inbetriebnahme eines hochmodernen
Flugtriebwerkes als neuen Versuchsträger im Triebwerksprüfstand des
Instituts für Strahlantriebe. Das Triebwerk wird eine zentrale Rolle
bei den geplanten interdisziplinären Forschungsarbeiten spielen und
eröffnet uns langfristige und spannende Forschungsarbeiten, die so an
keiner anderen Universität in Deutschland möglich sind", erklärte Prof.
Dr.-Ing. Reinhard Niehuis, Leiter des Instituts für
Strahlantriebe.
Das Konzept des "More Electric Aircraft" ist eine Möglichkeit, die
Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit künftiger
Passagierflugzeuge weiter zu steigern. Erreichen will man das unter
anderem durch den verstärkten Einsatz elektronischer Komponenten, etwa
zur Flugsteuerung und Klimatisierung der Kabine. Die elektrische
Energie wird vom Triebwerk geliefert. Um den erhöhten Bedarf zu decken,
muss die Triebwerksarchitektur erweitert werden, unter anderem durch
die Integration neuer, leistungsstarker Generatoren.
Die elektrische Energie kommt aber nicht nur den elektronischen
Flugzeugkomponen-ten zugute, sondern auch den mechatronischen
Komponenten des Triebwerks. Der Vorteil: Werden elektrische und
elektronische Kraftstoff- und Ölpumpen, Aktuatoren für
Verstellleitgitter sowie Sensoren zur Triebwerksüberwachung verwendet,
erhöht das die Zuverlässigkeit, verbessert die Umweltverträglichkeit
der Antriebe und macht ihre Instandhaltung wirtschaftlicher.
Die MTU Aero Engines ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller
und einer der großen weltweit. Die MTU Maintenance ist weltweit der
führende unabhängige Anbieter von zivilen
Instandhaltungsdienstleistungen. Im militärischen Bereich ist die MTU
der Systempartner für fast alle Flugtriebwerke der Bundeswehr.
Technologisch führend ist sie weltweit bei Niederdruckturbinen,
Hochdruckverdichtern, Herstell- und Reparaturverfahren sowie
Triebwerksregelungen.
Die Universität der Bundeswehr München in Neubiberg bietet als
Campusuniversität mit sehr guter Grundausstattung beste Voraussetzungen
für effiziente Forschung und Lehre. Als eine der wenigen Hochschulen in
Deutschland ist sie aufgegliedert in einen universitären Bereich und
einen Fachhochschulbereich. Sie bietet somit ein breites Spektrum von
Arbeits- und Kooperationsmöglichkeiten, das von der Grundlagenforschung
bis zu anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben reicht.
Um ihren Charakter als technikorientierte Universität mit einem
ausgeprägten gesellschaftswissenschaftlichen Anteil weiter zu schärfen,
fasst die Universität der Bundeswehr München Forschungsfelder aus
unterschiedlichen Fakultäten zu einem verbindenden Thema "Sicherheit in
Technik und Gesellschaft" zusammen.
