Jahrestagung 2009 der Initiative Kompetenznetze Deutschland
Deutschlands beste Netzwerke trafen sich am 17.02.2009 zur Jahrestagung im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. In seiner Begrüßungsrede betonte Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, die „Bedeutung des intensiven Wissens- und Technologietransfers zwischen Forschung und Unternehmen als Voraussetzung für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Deshalb gehört Deutschland mit seinen selbstforschenden Unternehmen zur Spitzengruppe der innovativen EU-Staaten“.
Höhepunkt der Jahrestagung war die Preisverleihung des Wettbewerbes
„Kompetenznetz 2009“ in der diesjährigen Wettbewerbskategorie
„Nachhaltiges Wachstum“. Bei diesem Wettbewerb, der mit insgesamt
35.000 Euro dotiert ist, ging es um deutlich mehr als den Anstieg von
Mitgliederzahl oder Finanzvolumen. Vielmehr stand ein nachhaltiges
Finanz- und Wachstumskonzept für Netzwerke im Vordergrund, so der
Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates der Initiative Prof. Dr.
Jörg Sydow. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge zeigten
eindrucksvoll, dass bei den Netzwerken der Initiative ein Wachstum
immer auch verbunden ist mit Aspekten wie Erweiterung der
Wertschöpfungskette, Vergrößerung des ursprünglichen Themenspektrums,
Ausweitung des Dienstleistungsangebotes, der Erschließung neuer Märkte
und vor allem der Verbesserung der Kooperationsstrukturen.
Staatssekretär Schauerte überreichte den vier vom wissenschaftlichen
Beirat der Initiative ausgewählten Preisträgern die Urkunden und
Geldpreise:
1. Platz: Kompetenzzentrum Oberflächentechnik Kunststoffe Lüdenscheid
für ein erfolgreiches Netzwerk, das seit 20 Jahren vollständig durch
die Industrie getragen wird und vor allem für die Industrie
arbeitet.
Im Kompetenzzentrum „Oberflächentechnik Kunststoffe“ arbeiten
Unternehmen und Forschungseinrichtungen an gemeinsamen
F&E-Projekten und organisieren Bildungsangebote für die Mitglieder.
Es ist ein stetig wachsendes, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes und
ausschließlich durch Industriemittel getragenen Netzwerk. Schwerpunkte
sind Oberflächen- und Dekorationsverfahren für Kunststoffteile, die
Modifikation und Funktionalisierung von Werkzeug- und
Bauteiloberflächen sowie die Analyse und Prüftechnik.
2. Platz: BioProfile Regenerationsbiologie aus Stuttgart für die
erfolgreiche inhaltliche Weiterentwicklung des Arbeitsschwerpunktes von
der Biologie hin zur Medizintechnik.
Mit dem Projekt „Synergien entdecken: Medtech & Biotech“ ist es
dem Kompetenznetzwerk Regenerative Biologie gelungen, in der BioRegion
STERN die Kommunikationshürden zwischen Medizintechnik- und
Biotechnologie-Unternehmen abzubauen, um die Netzwerkdynamik und
Interdisziplinarität zu verstärken. Die Zusammenarbeit der hoch
innovativen aber sehr unterschiedlichen Branchen ist Türöffner für neue
Konvergenztechnologien.
Den 3. Platz belegten gleichrangig zwei Preisträger. Zum einen ging ein
3. Preis an die Strategische Partnerschaft Sensorik in Regensburg für
die gelungene Umstellung des Finanzierungskonzeptes auf
privatwirtschaftlich getragene Säule. Zum anderen erhielt die
Logistik-Initiative Hamburg einen 3. Preis für die rasante Entwicklung
des Netzwerkes zum größten Standort-Netzwerk der Branche.
Das einst regionale Netzwerk der Strategischen Partnerschaft
Sensorik e.V. (SPS) erweiterte sich in den vergangenen Jahren
geografisch, inhaltlich und institutionell. Dieser erfolgreiche
Wachstumskurs bewirkte tief greifende Beziehungsstrukturen unter den
SPS-Akteuren. Mit Hilfe der Sensorik-Bayern GmbH als
„Dienstleistungs-GmbH“ konzentriert sich die SPS auf die Generierung
von Innovationen. Dies führt zu einer weiteren Professionalisierung und
einer soliden Portfolio-Finanzierung der SPS-Netzwerkarbeit.
Die Logistik-Initiative Hamburg (www.hamburg-logistik.net)
wird getragen von Unternehmen und Institutionen aus der Metropolregion
Hamburg und der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit rd. 430
Mitgliedsunternehmen und -institutionen aus Industrie, Handel,
Dienstleistung sowie Forschung & Entwicklung und zahlreichen
öffentlichen Institutionen ist die Logistik-Initiative Hamburg das
größte Standort-Netzwerk der Branche in Deutschland. Ziel ist es, die
Rolle der Metropolregion Hamburg als führende Logistikmetropole
Nordeuropas weiter auszubauen und logistiknahe Unternehmen und
Institutionen zu unterstützen.
„Die Bedeutung von Clustern in der Wissensökonomie“ insbesondere auch
in Zeiten von Wirtschaftskrisen wurde durch Dr. Arno Brandt, dem Leiter
der NORD/LB Regionalwirtschaft in der Keynote hervorgehoben.
Zudem sind auf der Jahrestagung in verschiedenen Workshops
netzwerkspezifische Themen wie beispielsweise „Finanzierung von
Netzwerken“, „Evaluationen und Benchmarking von Netzwerken“ sowie
„Vertrauensbildung in Netzwerken“ ausgiebig diskutiert worden. Darüber
hinaus hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, während eines parallelen
Meeting-Services direkte Gesprächs- und Kooperationskontakte zu anderen
Netzwerken zu knüpfen und sich über weitere Initiativen des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zu informieren.
Bereits am Vorabend trafen sich zahlreiche Netzwerkmanager und
Vertreter der Geschäftsstelle Kompetenznetze, des wissenschaftlichen
Beirates der Initiative und verschiedener Bundesministerien zum
inoffiziellen Erfahrungsaustausch und Kontakte knüpfen im Historischen
Kaisersaal am Potsdamer Platz, um einem der Hauptaspekte von
Netzwerken, dem so genannten Networking, gerecht zu werden.




