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Ausschreibung

Förderung eines krankheitsbezogenen Kompetenznetzes zum Thema Asthma und Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Durch die Förderung der vernetzten klinischen Forschung im Rahmen der "Kompetenznetze in der Medizin" und des "Nationalen Genomforschungsnetzes" hat das BMBF in den letzten Jahren auch international neue Maßstäbe für die Strukturierung der krankheitsbezogenen Forschung gesetzt. Insbesondere in den Kompetenznetzen in der Medizin wurden Voraussetzungen für die Rekrutierung großer Patientenkohorten im Rahmen klinischer Studien oder Register geschaffen, Biomaterialbanken aufgebaut und gemeinsam genutzt, interdisziplinäre Kooperationen geschaffen und die Forschungen zum Transfer in die Versorgung verstärkt. Einigen Netzen ist es gelungen, Strukturen aufzubauen, die mittlerweile in dem jeweiligen Krankheitsgebiet als führend in Europa anzusehen sind und in erheblichem Umfang an europaweiten Fördermaßnahmen partizipieren. 

Das BMBF beabsichtigt daher, aufbauend auf der Erfahrung der "Kompetenznetze für die Medizin", durch die Förderung von national angelegten "Krankheitsbezogenen Kompetenznetzen" die Vernetzung herausragender Akteure in Forschung und Versorgung zu gesundheitspolitisch wichtigen Krankheitsbildern weiter zu entwickeln und auszubauen, die Effizienz und die Interdisziplinarität der klinischen Forschung zu fördern und das nationale Forschungsprofil in der Gesundheitsforschung zu stärken. Die besten Einrichtungen der Forschung und Versorgung können unter Beteiligung von Partnern aus der Wirtschaft ihre Kompetenz und Infrastruktur in diese Netze einbringen mit dem Ziel, die zerstreuten Kapazitäten in exzellenten Forschungsansätzen zusammenzuführen. Diese können alle Segmente der Forschung und Versorgung thematisieren. Insgesamt soll diese Kooperation im Hinblick auf die Qualität und Ergebnisorientierung der Forschung, die Weiterentwicklung und Nutzung leistungsfähiger Forschungsinfrastruktur und die beschleunigte Umsetzung von Erkenntnissen der Grundlagenforschung in die klinische Praxis (Translationsforschung) bzw. in die Versorgung oder industrielle Verwertung (Transferforschung) einen deutlichen Mehrwert erbringen. Damit verbunden ist eine bessere Koordination wichtiger nationaler Akteure im Hinblick auf die von der EU-Kommission vorangetriebene Konzertierung der Forschung in einem europäischen Forschungsraum.

Durch eine Förderung von bis zu vier Perioden von jeweils drei Jahren sollen die Ergebnisse der Förderung nachhaltig aufgebaut und gesichert werden. Zudem wird durch die Möglichkeit der Integration neuer Partner zu Beginn jeder der dreijährigen Förderphasen sowie durch einen möglichen Aufwuchs der Fördermittel sichergestellt, dass sich die Netzwerke im Hinblick auf wissenschaftliche Aktualität und thematische Verbreiterung über den gesamten Förderzeitraum organisch fortentwickeln können. Durch den sukzessiven Aufbau der geplanten Netze auf der Basis von überschaubaren Konsortien von Forschern (= Verbünde) wird die Flexibilisierung der Netzstruktur erleichtert. Für unterschiedliche Typen von Forschungsvorhaben und Infrastrukturmaßnahmen wird die Vergleichbarkeit der Anträge durch die Vorgabe von Standards gesichert.

Gegenstand der Förderung

Es soll bundesweit und zentrenübergreifend ein krankheitsbezogenes Kompetenznetz (KKN) zum Thema Asthma und Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auf der Grundlage von Verbünden gefördert werden.

Zunächst können Verbünde beantragt werden. Im Laufe der ersten Förderphase werden mehrere Verbünde auf der Grundlage einer verbundübergreifenden Infrastruktur durch Zusammenarbeit in ein krankheitsbezogenes Kompetenznetz integriert, das in den weiteren Förderphasen konsolidiert und weiter ausgebaut wird. Die verbundübergreifende Zusammenarbeit im Netz wird dabei im Laufe der Förderphasen eine immer größere Rolle spielen und bei Folgebegutachtungen ein immer wichtigeres Begutachtungskriterium darstellen.

Verbund
In einem Verbund schließen sich mehrere Partner (bis max. 10) mit zunächst auf drei Jahre angelegten Teilprojekten zum Thema "Asthma und COPD" zusammen. Die Forschungsprojekte eines Verbundes müssen einen gemeinsamen inhaltlichen und/oder methodischen Fokus aufweisen und sich auf einen (oder mehrere) der folgenden Forschungsbereiche beziehen:

  • Ätiologie- und Pathogenese-Forschung
  • Diagnose- und Therapieforschung einschließlich klinischer Studien
  • versorgungsnahe Forschung (z. B. Epidemiologie, Gesundheitsökonomie)

Verbünde mit ausschließlich genomisch orientiertem Forschungsansatz werden nicht gefördert. Solche Verbünde können im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) beantragt werden (siehe auch unter www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1405.php). Teilprojekte mit genomischen Methoden können jedoch das Spektrum eines Verbundes inhaltlich komplettieren, wenn sie einen hohen Anwendungsbezug aufweisen. Eine derartige inhaltliche Vernetzung ist erwünscht.

Ein Verbund kann neben den Forschungsprojekten auch Komponenten der Infrastruktur wie Patientenregister und Materialbanken beinhalten, die einen Beitrag zum Verbund bzw. zum gesamten Kompetenznetz leisten. Bereits bestehende Strukturen sollen dabei einbezogen werden. In begründeten Ausnahmefällen können für solche Infrastrukturkomponenten sowie für klinische und epidemiologische Studien längere Förderzeiträume als drei Jahre ins Auge gefasst werden. Die Kohärenz eines Verbundes muss durch adäquate Steuerungs- und Kooperationsmechanismen gesichert sein. Ein Verbund kann lokal oder überregional angelegt sein.

Voraussetzung für die Förderung eines Verbundes sind zum einen die wissenschaftliche Qualität, zum anderen Vernetzungspotenziale und Vernetzungsbedarf. Teilprojekte oder Verbünde, die ihre wissenschaftlichen Ziele langfristig auch ohne Kooperation mit weiteren Partnern erreichen können, und keinen fachlichen oder strukturellen Beitrag zum Verbund oder zu dem zu bildenden Netz leisten können, werden nicht gefördert. Es wird in diesem Zusammenhang auf die Förderangebote der Deutschen Forschungsgemeinschaft verwiesen, die die Förderung von Einzelvorhaben ohne weiterreichende Forderungen nach Vernetzung zulassen.

Einzelprojekte werden zur Antragstellung außerhalb von Verbünden nur dann zugelassen, wenn sie von besonderer verbundübergreifender und integrativer Bedeutung für das entstehende gesamte Kompetenznetz sein können, wie z. B. bereits laufende Materialsammlungen oder Register.

Klinische Studien können dann gefördert werden, wenn sie von besonderer Bedeutung für das Gesamtnetz sind. Dies kann z.B. bei Einbeziehung einer großen Zahl von Netzteilnehmern, der Gewinnung von Materialien, der Einführung von Qualitätsstandards in die Routineversorgung oder bei Untersuchungen unter Einbeziehung des ambulanten Versorgungssektors (Versorgungsstudien, epidemiologische Untersuchungen) der Fall sein. In allen anderen Fällen wird auf das gemeinsame Förderangebot von DFG und BMBF für die Förderung klinischer Studien verwiesen.

Nicht beantragt werden können komplette krankheitsbezogene Kompetenznetze sowie Einzelprojekte mit reinem Projektmanagement-Charakter ohne inhaltlichen Bezug zum ausgeschriebenen Thema.

Verbundübergreifende Infrastruktur
Bei Vorhandensein einer ausreichenden kritischen Masse an Verbünden (d.h. mindestens ein Verbund in zwei der oben genannten Forschungsbereiche) müssen sich die für die Förderung ausgewählten Verbünde in einem zweiten Schritt eine verbundübergreifende Infrastruktur geben. Hierfür können zusätzliche Mittel beantragt werden. Dabei sollen die folgenden Elemente von einem Netz als Mindestvoraussetzung umgesetzt werden, weitere Elemente sind möglich:

  • interne Steuerungsstruktur mit auf drei Jahre gewähltem Sprecher und Netzvorstand
  • Geschäftsstelle: Die Geschäftsstelle hat die Aufgabe, die Kommunikation im Netz und eine Transparenz nach innen und außen herzustellen (Öffentlichkeitsarbeit, Darstellung aller Projekte und Strukturelemente).
  • Gemeinsames IT-Management (IT-Konzepte, Datenschutzfragen) unter Berücksichtigung der Vorarbeiten bereits bestehender Strukturen, wie z.B. der Telematikplattform TMF
  • Gemeinsame Standards und Qualitätsmanagement z. B. für klinische Studien oder für das Management von Registern, Material- und Datenbanken,
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (z. B. Rotationsstellen und Forschungsaufenthalte im Ausland)
  • Ausbau der Kooperation mit europäischen Partnern im Hinblick auf eine angemessene nationale Mitgestaltung von und Teilnahme an Förderprogrammen der EU.

Bereits bestehende Forschungsinfrastruktur wie Biomaterialbanken, Patientenregister, IT-Vernetzung, Infrastruktur zur Durchführung klinischer Studien sowie die Beteiligung an der TMF- Plattform soll nach Möglichkeit in den Verbünden bzw. dem sich daraus entwickelnden Kompetenznetz einbezogen und genutzt werden. Auch besteht die Möglichkeit, existierende oder im Aufbau befindliche Studiengruppen oder Review-Gruppen im Rahmen der Cochrane-Initiative mit einzubeziehen.

Die Interaktion der Verbünde in einem Kompetenznetz muss mit einem deutlichen Mehrwert verbunden und von entscheidender Bedeutung sein, um Fortschritte bei der Bekämpfung des jeweiligen Krankheitsbildes zu erzielen. Ein Kompetenznetz sollte im Verlauf der möglichen zwölfjährigen Förderung durch eine thematische Verbreiterung und eine fortschreitende Vernetzung organisch wachsen. Dies kann durch die Integration weiterer Projekte in bestehende Verbünde und die Aufnahme zusätzlicher Verbünde in das Gesamtnetz sowie durch die zunehmende Bearbeitung Verbund übergreifender Fragestellungen erreicht werden.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF seinen
Projektträger im DLR für das BMBF
Gesundheitsforschung
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Tel: 0228-3821-137 / -183
Fax: 0228-3821-257
Internet: www.pt-dlr.de
beauftragt.

Topic: Biotechnologie, Gesundheit und Medizin
2008-02-25