Innovationshighlight
Energiestöße auffangen
Um die Sicherheit von Passagieren zu optimieren, sind Flugzeugstrukturen gesucht, die möglichst viel Energie aufnehmen. Diese Aufgabe steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts Integrierte Technologien für crashsicheres Flugzeugkabineninterieur, das Airbus Deutschland, EADS Forschung, iDS Hamburg und das Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) gemeinsam durchführen.
Ziel des von der TUHH bearbeiteten Teilvorhabens ist es, Energie absorbierende Halterungen für die Kabinenausstattung zu entwickeln, die gewichtsneutral die Funktion der Kraftbegrenzung erfüllen. Dazu untersuchten die Wissenschaftler ein breites Spektrum an unterschiedlich geformten Energieabsorptionswerkstoffen angefangen bei isotropen Materialien wie Aluminiumschäumen und Metallhohlkugeln bis zu anisotropen Materialien wie Kohlefaser-Epoxy-Kunststoffen (CFK) , um die optimale Kombination von Werkstoff und Gestalt zu finden. Anschließend wurden geeignete Halterungen konstruiert, mittels Finite-Elemente-Methode simuliert und als Prototypen gebaut und getestet. Als Halter für Gepäckfächer (Hatracks) haben sich neben Röhren vor allem Platten aus Faserverbundwerkstoffen als vielversprechend erwiesen. Diese so genannten Pin/Plate-Absorber können durch geschickte Fertigung direkt in das Hatrack eingearbeitet werden. Dadurch wird kein zusätzliches Energieabsorptionsmaterial benötigt; das Gewicht des Gepäckfachs ändert sich kaum. Die Halterungen werden zurzeit im institutseigenen Prüfstand typischen Belastungen ausgesetzt und weiterentwickelt.
Forschung und Entwicklung wird am Luftfahrtstandort Hamburg groß geschrieben, denn ihre Ergebnisse fließen direkt in die Produktionsprozesse ein. In Hamburg-Finkenwerder baut Airbus die vorderen und hinteren Rumpfsektionen der A380 zusammen und endmontiert die Typen A318, A319 und A321. Renommierte Hochschulen und Institute sorgen für ein hohes wissenschaftlich-technologisches Niveau. In vielen Fällen arbeiten die Unternehmen und Hochschulen bei der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren eng zusammen. Das ist auch ein besonderes Anliegen des Hamburger Luftfahrtforschungsprogramms, das im Rahmen von Public-Private-Partnerschaften finanzielle Unterstützung leistet. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind marktnah und anwendungsorientiert, aber auch Grundlagenforschung findet ihren Platz. Im Fokus stehen neben der Kabine und Kabinensystemen neue Technologien für die Montage und Struktur von Flugzeugen. Ziel ist es, standardisierte Verfahren im Flugzeugbau zu entwickeln, die wirtschaftlich, leistungsfähig und zukunftsfähig sind, und Hamburg als Produktionsstandort voranbringen.
Weitere Informationen unter www.luftfahrtstandort-hamburg.de.
Source: Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg
Region: coast


