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Zukunftsweisendes Forschungsprojekt: Sojaanbau bald in Norddeutschland?

Auf dem ökologischen Versuchsbetrieb Waldhof der Fachhochschule Osnabrück wird das Wachstumsverhalten verschiedener Sojabohnensorten unter norddeutschen klimatischen Bedingungen getestet.

Soja kommt heutzutage in vielen Lebensmitteln vor. Nicht nur offensichtliche Sojaprodukte wie Tofu oder Sojamilch werden aus der Hülsenfrucht hergestellt. Ein Großteil ist in versteckter Form als Emulgator oder Antioxidationsmittel in Lebensmitteln enthalten. In der Tierhaltung sind Sojabohnen wegen ihres hohen Eiweißgehalts ein ideales Viehfutter und werden in riesigen Mengen importiert. Aus der menschlichen sowie der tierischen Ernährung ist Soja nicht mehr wegzudenken.

Die Wärme liebende Pflanze wird vor allem in Ländern wie den USA und Brasilien angebaut. Seit einigen Jahren nimmt der Sojaanbau immer mehr eine Führungsrolle bei der Zerstörung der Amazonas-Wälder ein. Durch die Rodung und Umwandlung der Wälder in landwirtschaftliche Nutzflächen werden gewaltige Kohlenstoffmengen als Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt und damit ein wichtiger Faktor für das Klimasystem zerstört. Außerdem handelt es sich bei dem importierten Soja zunehmend um gentechnisch verändertes Material.

Bisher können Sojabohnen in Deutschland nur in klimatisch begünstigten Gebieten wie zum Beispiel dem Raum Freiburg einigermaßen erfolgreich angebaut werden. Das Vorrücken der Sojabohne gen Norden liegt an der Klimaveränderung und der neuen Pflanzenzüchtung. Höhere Temperaturen und geringere Niederschläge kommen der Pflanze entgegen.

Auf dem ökologischen Versuchsbetrieb Waldhof der Fachhochschule Osnabrück wird das Wachstumsverhalten verschiedener Sojabohnensorten unter norddeutschen klimatischen Bedingungen getestet. Es handelt sich dabei um Speisesoja.

"Die ersten Versuche sind sehr vielversprechend", so Prof. Dr. Trautz, Dozent für Ökologie, umweltschonende Landwirtschaft und Wasserwirtschaft an der Fachhochschule Osnabrück . "Sie zeigen, dass der ökologische Sojaanbau unter den klimatischen Bedingungen in Osnabrück möglich ist. Wir werden in diesem Bereich auf jeden Fall weiterforschen."

Vier der sechs angebauten Sorten fielen durch ihre guten bis sehr guten Ergebnisse auf. Je früher dabei geerntet wurde, desto besser fiel der Ertrag der Bohnen aus. Außerdem ist die Unkrautregulierung im ökologischen Sojaanbau sehr wichtig und muss so früh und intensiv wie möglich erfolgen. Die Witterung, vor allem die Niederschläge zum passenden Zeitpunkt, hatten Einfluss auf den Ertrag und die Abreife der Sojabohne.

Die Vorteile des Sojaanbaus in Deutschland liegen auf der Hand: Er eröffnet nicht nur heimischen Landwirten eine zusätzliche Einkommensquelle und erhöht die Biodiversität in der Landwirtschaft, sondern erübrigt auch den tausende Kilometer langen und klimaschädlichen Transportweg.

 

Topic: Biotechnologie, Energie und Umwelt
Source: NieKE
Region: Northern Lowlands