Innovationshighlight
Biodata Management Modul
Zu den interessantesten Neuheiten auf der Eurotier 2008 gehört das mit einer Neuheiten-Silbermedaille der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) prämierte Biodata Management Modul.
Die von der DLG eingesetzte internationale Expertenkommission hatte aus 243 von den EuroTier-Ausstellern angemeldeten Neuheiten nach strengen Kriterien insgesamt drei Neuheiten mit Goldmedaillen und 13 Neuheiten mit Silbermedaillen ausgezeichnet.
Bei dem Biodata Management Modul handelt es sich um ein Softwaredatenmodul zur Erfassung von Mess- und Systemdaten mit Hilfe der Datenvernetzung nach dem ISOagriNET Standard und anschliessender Auswertung und Korrelation der Daten für die ergebnisorientierte Optimierung von Fütterungs- und Lüftungsanlagen. Der innovative Charakter besteht darin, dass hier erstmalig ein Werkzeug in Form eines Softwaremoduls zur Verfügung steht, mit dem der Anwender nun in der Lage ist, die gesamte Bandbreite von Mess- und Systemdaten zu sammeln und miteinander vergleichen zu können sowie anderen Systemen zur Verfügung zu stellen. Hier werden systemübergreifend sowohl fütterungs- als auch lüftungsrelevante Daten zusammengeführt. Kurvendarstellungen können zeitsynchron übereinandergelegt werden, um somit etwaige Wechselwirkungen leichter erkennen zu können. So kann beim Auftreten bestimmter Verhaltensmuster, z.B. Erhöhung des Wasserverbrauchs und geringere Futteraufnahme, das Anbahnen einer Krankheit erkannt und entsprechend gegengesteuert werden. Über spezielle Bewegungsmelder ist man in der Lage, Aktivitätsmuster mit anderen Daten zu vergleichen und gegebenenfalls Rückschlüsse auf auffälliges Verhalten der Tiere zu ziehen. Dieses Modul ist jederzeit erweiterungsfähig und lässt auch für die Zukunft die Einbindung von Biosensorik, Stresssensorik usw. zu.
Die zurzeit eingesetzten Lüftungssysteme basieren in der Regel auf einer temperaturabhängigen Regelung des Abluftvolumenstromes. Hier werden ausser der Temperatur Regelungseckwerte, wie Luftraten, Mindestluftraten, Absenkautomatikfunktionen überwiegend nach starren Sollwerten, oft nach Gefühl eingestellt, ohne Regelergebnisse durch den Klimaregler selbst kontrollieren und auch korrigieren zu lassen. Es fehlt im Allgemeinen eine geschlossene Regelstrecke. Das Regel- bzw. Stellergebnis wird überwiegend durch die Temperatur bestimmt und nicht durch die eigentliche Luftgüte. Diese setzt sich in erster Linie aus der Temperatur, der Schadgaskonzentration (NH3) und der 3 relativen Feuchte zusammen. Erst wenn diese dynamischen Werte mit in die Klimaregelung einbezogen werden, kann sich die Klimaregelung automatisch auf den optimalen Zustand einregeln und arbeitsintensives Nachstellen der Regelung durch den Bediener entfällt. Ein immer korrekt eingeregeltes Lüftungssystem erreicht so ein Optimum an Energie-, Arbeitsaufwand- und Medikamenteneinsparung. Es kommt sowohl den Tieren wie auch dem im gleichen Umfeld arbeitenden Menschen hinsichtlich der gesundheitlichen Belastung zu Gute.
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Source: NieKE
Region: Northern Lowlands

